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Papenburg (hw) - Zu einem "Dialog der Kulturen" trafen sich der Vorstand des türkisch-lslamischen Kulturzentrums in Papenburg, Vertreter des ökumenischen Arbeitskreises und die Pastoren Gerrit Weusthoff und Uwe Nommensen in den Räumen der Papenburger Volkshochschule.
Es gehe in diesem Dialog nicht darum, Recht zu haben, den Gesprächspartner mit dem "finalen Argument" matt zu setzen, sondern um Erkundung, Verständigung und Klärung, so Dr. Rainer Krieger, Moderator der Gesprächsrunde. Und wie die vielen Fragen zeigten: "Was glaubt der Muslim? Wie ist die Situation der Frauen im Islam? Ist der Islam eine tolerante Religion?'', gab es einiges zu klären.
Alte Konfessionsgrenzen überwinden, den Gedanken der Ökumene in den Vordergrund rücken und für Verständnis werben sei das Ziel des ökumenischen Arbeitskreises, formulierte dessen Vorsitzender Wolfgang Wagner, und deshalb sei er ,,besonders froh über diesen Dialog", der einen wichtigen Beitrag leisten könne, um Ängste abzubauen, ergänzte Pastor Uwe Nommensen. Diese gäbe es, weil Religion immer wieder für die Ausübung von Macht missbraucht wurde und immer noch werde.
Auch Pastor Gerrit Weusthoff begrüßte den Dialog, der nötig sei, denn man habe sich in der Vergangenheit ,,sehr weh getan", und es sei noch gar nicht so lange her, dass man überhaupt kein Verständnis füreinander hatte, So habe er als Realschüler eine evangelische Kirche besucht, worauf sein Lehrer ihm Glaubensgefährdung vorgeworfen habe und er diese "Sünde" habe beichten müssen. Dabei "ist unser Gott ein gütiger Gott, ein Gott der Liebe, und wenn wir das glauben, müssen wir lernen, miteinander auszukommen, einander anzunehmen und zu achten." Mit der Anerkenntnis des geschenkten Lebens, dem Streben nach Gewaltlosigkeit, Frieden und Gerechtigkeit, nach Wahrheit und Beharrlichkeit umfasse die Bergpredigt die Grundlagen für ein solches christliches Leben. ,Und wir sind noch lange nicht am Ziel, wir können den Laden noch nicht dicht machen." "Das gilt für uns auch", so Vahdettin Kurnaz vom islamischen Kulturverein, und vor diesem Hintergrund könne man sich eigentlich sehr gut verständigen. Der wirkliche Islam strebe ebenso diese Ziele an, nicht aber die Terroristen, die den Islam für ihre machtpolitischen Ziele missbrauchten, und damit den Islam schändigen", ging der Vorsitzende des Kulturvereins, Rahi Atalay, auf den Terroranschlag am 11. September ein, "einer Schande für die Menschheit".
Auf keinen Fall wolle man sich mit dem islamischen Kulturzentrum abschotten, so der Vereinsvorstand und der Imam, der Vorbeter der Gemeinde, übereinstimmend. Man wolle den Dialog der Kulturen und wünsche sich eine enge Zusammenarbeit, "um so die Entwicklung hin zu einer transparenten und offenen Gesellschaft zu fördern", in der Menschen unterschiedlicher Sprache, Sitte und Religion voneinander lernen und aus den verschiedenen Kulturen schöpfen könnten.
Interessiert zeigten sich die Gesprächsteilnehmer und die zahlreichen Zuschauer bezüglich der Ausführungen des Imam über die Glaubensinhalte und Gebetspraktiken sowie die dabei verwendeten Rituale eines gläubigen Muslims. So dürfe dieser erst nach ritueller Waschung den Gebetsraum ohne Schuhe betreten. Damit lasse man alles hinter sich und trete in ein Zwiegespräch mit Gott, auf den man sich im Gebet ganz konzentriere. Frauen und Männer beteten dabei getrennt, womit einer gegenseitigen Ablenkung in der Zwiesprache mit Gott vorgebeugt werde.
Eine Trennung von Männern und Frauen habe es in der katholischen Kirche auch vor nicht allzu langer Zeit gegeben, "und vielleicht sollten wir auch ohne Schuhe die Kirche betreten", meinte Weusthoff, um durch solche hilfreichen Rituale und Symbole sich zu besinnen, zur inneren Ruhe zu finden und so zu einer tieferen Verbindung und Erfahrung mit Gott zu kommen. Wie auch die anderen Gesprächsteilnehmer betonte Weusthoff, viel Neues erfahren zu haben, und so waren sich alle einig, auch weiterhin den Dialog zu suchen.
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