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Nordhorn. Trotz des Streits um die Erklärung der römischen Glaubenskongregation mit dem Titel "Dominus Jesus" muss die Annäherung der christlichen Kirchen fortgesetzt werden. Ziel ist dabei eine "Einheit in versöhnter Verschiedenheit". Diese Auffassung vertrat der Osnabrücker Generalvikar Theo Paul jetzt auf einer Veranstaltung in der ökumenischen Begegnungsstätte Kloster Frenswegen. Ausdrücklich sagte der Stellvertreter von Bischof Bode: "Wir gehören zusammen. Das steht nicht zur Disposition" Theo Paul zeigte Verständnis für den "Schmerz", den viele evangelischen Christen durch das römische Papier empfunden hätten. Das Dokument stelle in der Tat eine "Belastungsprobe" dar. Er hätte sich persönlich "eine andere Aufteilung und eine andere Sprache" des Textes gewünscht, räumte der Generalvikar ein. Die "nicht-katholischen Kirchen" dürften keineswegs herabgewürdigt werden, sagte Theo Paul.
Der erste Abschnitt von "Dominus Jesus" sei allerdings auch für viele Protestanten nachvollziehbar, erklärte der Generalvikar. Darin gehe es um das Verhältnis zu den nicht-christlichen Religionen. Diese würden zwar wichtige Wahrheiten aufleuchten lassen, aber die Einzigartigkeit Jesu Christi komme in ihnen nicht hinreichend zum Ausdruck. Ein religiöser "Einheitsbrei" stelle nicht die bestmögliche Lösung dar. Vorhandene Unterschiede sollten durchaus benannt werden.
Strittig sei der zweite Teil zum Thema "Kirche". Hier gebe es nach wie vor Meinungsverschiedenheiten. Diese sollten jedoch nicht dazu führen, die bisher erzielten Übereinkünfte (zum Beispiel in der Rechtfertigungslehre) in Frage zu stellen. Gründliche Erörterungen, auch in Verbindung mit der Deutung der Eucharistie und des Amtes seien wünschenswert.
(Hermann
Schulze-Berndt)
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