Taizé Gottesdienst

Viele Kerzenlichter erleuchteten während des Taizé-Gottesdienstes das Kreuz und die Ikonen.
Foto: Willy Rave

In St. Josef wehte der Geist der Gemeinschaft von Taizé
Zahlreiche Besucher beim ökumenischen Gottesdienst

P a p e n b u r g  (ra) 
Im südburgundischen Dorf Taizé in der Nähe von Cluny gründete Frère Roger im Jahr 1940 eine Gemeinschaft von Männern - Christen verschiedener Konfessionen - aus über 25 Ländern. In der Mitte der Hütten- und Zeltstadt steht die Kirche der Versöhnung. Hier finden sich dreimal am Tag die Brüder der ökumenischen Communauté mit ihren Gästen aus allen Erdteilen zusammen, um gemeinsam zu singen und zu meditieren.

Die "Gesänge von Taizé" sind mittlerweile auf der ganzen Welt verbreitet. Es sind lang- anhaltende Lieder und zahlreiche Wiederholungen, mit denen sich ein ruhiges Gebet entfalten kann. Unterstützt wird diese Gebetsatmosphäre durch viele "lebendige" Lichter: Kerzen, auf die sich die Blicke der im Gebetsraum versammelten Menschen richten.

Ein Hauch von Taizé wehte am Abend des 31. Januar in der Kirche "St. Josef im Vosseberg", wo sich auf Einladung des Ökumenischen Arbeitskreises und des Dekanatsjugendbüros unerwartet viele junge und ältere Besucher versammelt hatten, um im Geist der Communauté einen Gottesdienst zu feiern. Tiefe und wohltuende Stille herrschte im halbdunklen Kirchenraum. Der Stille wird auch in Taizé viel Raum gegeben, denn wonach sich Menschen sehnen, ist innere Ruhe, Seelenfrieden und Einklang mit sich selber. Denn die Ruehlosigkeit ist eine Zeitkrankheit geworden.

In diese Stille hinein stimmte der Chor das "Laudate omnes gentes" - Lobt den Herrn alle Völker - an. Im Schein der im Chorraum rund um den Altartisch aufgestellten zahlreichen Kerzenlichter leuchteten die goldenen Farben von zwei Ikonen. Quellen des Glaubens stehen auch bei den Treffen in Taizé im Mittelpunkt. In der Schriftlesung und in Gruppengesprächen geht es darum, einen Sinn für das Leben zu finden oder zu vertiefen.

In St. Josef wurde an diesem Abend das Evangelium von den Seligpreisungen vorgelesen. In einer solchen Atmosphäre gesprochen, berührt es besonders. "Selig, die keine Gewalt anwenden; sie werden das Land erben." Oder: "Selig die Trauernden; sie werden getröstet werden." Nach den Fürbitten sprach die große ökumenische Gemeinde das Vaterunser: Das Gebet, das alle christlichen Konfessionen auf der Welt verbindet. Nicht laut, aber dennoch voller innerer Begeisterung stimmte man in die vom Chor angestimmten Lieder ein: "Ubi caritas" - Wo Güte und Liebe herrschen, da ist Gott.

Der Taizé-Gottesdienst solle bei guter Resonanz zu einem festen Bestandteil der Arbeit des Ökumenischen Arbeitskreises werden, hatten die Verantwortlichen angekündigt. Man darf sich auf das nächste "Papenburger Taizé-Treffen"freuen! (Willy Rave)